Samstag, 29. November, 20 Uhr
Sonntag, 30. November, 18 Uhr
Tanzgenerator Bonn, Theatersaal
In ihrem neuen Stück Polaris, das die Trilogie BIASED fortsetzt, erforschen Tanzwerke Vanek Preuß das Themenfeld der Polarisierung durch den Seismographen des Körpers:
Es geht um den verblendeten Menschen – also um uns alle – und das Phänomen, dass öffentliches Leben, Sprache, Werte und Umgangsformen größtenteils nur noch in abgegrenzten Gemeinschaften
stattfinden, die sich selbst bestätigen. Konstruktive Kontroversen sowie lebendige Auseinandersetzungen und die Vielfalt eines Sowohl-als-auch scheinen zu verschwinden. Hingegen ist ein
verstärktes Schwarz-Weiß-Denken zu beobachten.
Mit den Mitteln des zeitgenössischen Tanzes untersucht Polaris, wie sich der momentane Zeitgeist in den Körpern niederschlägt. Was macht aufflammende, ohnmächtige Wut in einer
sogenannten Multikrise aus? Wie verändert die ständige Übertreibung in den Medien mit ihren Hypes, Fakes und dem Hang zur extremen Emotionalisierung die Körper und Seelen? Wie wirken sich
Empathie-Verlust bei gleichzeitig anwachsender Massen-Vulnerabilität aus?
Sa, 29.11., 19 Uhr: Physical Introduction
Bewegen, spüren, erleben! Bei der Physical Introduction werden Sie selbst aktiv – 30 bis 45 Minuten voller Bewegung, Lockerung und neuer Wahrnehmung. Spüren Sie Tanz am eigenen Körper und
sensibilisieren Sie sich für das kommende Stück. Keine Vorkenntnisse nötig – einfach ausprobieren!
Tanzwerke Vanek Preuß ist das Label des Tänzers und Choreografen Karel Vaněk und des Dramaturgen, Musikers und Performers Guido Preuß. Seit 2002 realisieren sie im Kulturzentrum Brotfabrik Bonn eigene Produktionen und leiten die dortige Tanzsparte Tanzgenerator Bonn. In ihren Stücken verhandeln sie fordernde, gesellschaftlich-politische und existentielle Themen hinsichtlich ihrer physischen Auswirkungen. Sie begreifen zeitgenössischen Tanz als taktile Bewegungskunst, die Herz, Hirn und Bauch gleichermaßen berühren und erschüttern kann. Tanzwerke Vanek Preuß blicken auf rund 35 Jahre Erfahrung in der Zusammenarbeit mit postkommunistischen Ländern. Mit ihren Produktionen reisten sie nach Armenien, Litauen, Polen, und die Slowakei, nach Tschechien, Venezuela, Weißrussland und in die Mongolei.