RESIDENZEN


Martina De Dominicis

24.07. - 06.08.2023

LATENT

 

Zusammen mit der Performerin Magdalena Forster und dem Komponisten Manuel Riegler setzt sich die Choreografin Martina De Dominicis für das Stück „Latent“ mit dem Gefühl der Nostalgie auseinander. Zum einen mit Nostalgie als Phänomen der Empfindung einer verlorenen Zukunft, zum anderen mit der Mehrdeutigkeit und Veränderung, die dieses Gefühl im Laufe der Geschichte je nach Kontext erfahren hat. Der Wandel wird hier als latenter Prozess verstanden, als etwas, das wir nicht sehen können, das unbemerkt bleibt, bis es sich manifestiert.


Ausgehend von einer Bewegungspraxis, die die Beziehung zwischen Sehen und Berühren, Bild und Materie, der sichtbaren Haut und dem undurchsichtigen Inneren des Körpers erforscht, versuchen die Künstler, mit verschiedenen Konzepten von „Körper“ und dem nostalgischen Gefühl in Berührung zu kommen. Hierbei stützen sie sich auf theoretische Quellen und empirische Studien zur mittelalterlichen Kunst mit ihren Subkulturen sowie mit dem geisterhaften romantischen Ballett.


Wie wird die Nostalgie in der Zukunft aussehen? Was wird künftig nostalgische Gefühle auslösen?

Choreografie, Konzept: Martina De Dominicis
Entwicklung und Performance: Magdalena Forster, Martina De Dominicis
Komposition, Sound Design: Manuel Riegler

Foto: Sarah Sternat, Manuel Riegler

Martina De Dominicis ist eine in Wien lebende Tanzkünstlerin und Choreografin.
Nach einer Karriere in mehreren europäischen Tanzkompanien begann sie 2016 die Zusammenarbeit mit Rafaele Giovanola für die Cocoondance Company (DE/CH) ist an der Entwicklung zahlreicher weltweit tourender Tanzstücke beteiligt.
In Wien arbeitete sie mit Veza Maria Fernandez, Georg Blaschke, Daphna Horenzcik, Alexander Gottfarb und Karin Pauer zusammen.
Vor kurzem hat sie ein Masterstudium in Bewegungsforschung an der Anton Bruckner Universität in Linz abgeschlossen. Ihr aktuelles Forschungs- und Interessengebiet sind hybrider Zustände, die sie mittels sensorischer und visueller Praktiken untersucht.
2019 hat sie gemeinsam mit Alberto Cissello das künstlerische Duo-Kollektiv Debocs ins Leben gerufen. Mit dem Stück „yet to be born“ (2019) wurden sie eingeladen, in Deutschland, Österreich, Italien und Kroatien aufzutreten und eine Version für Studierende am ZZT (Zentrum für Zeitgenössischen Tanz) in Köln zu choreografieren.


Jasmin İhraç

01.07. - 06.07.2024


DEEP EYE SEA

 

Die Beziehung zum Meer wirkt sich seit der Antike nicht nur auf Mythologie, Philosophie, Literatur und Naturwissenschaften aus, sondern auch auf politische Fragen.
Der Ozean ist von zentraler Bedeutung für die Lebensbedingungen auf der Erde, seine Veränderungen hinsichtlich Meereis, Meeresspiegel, Wassertemperatur, etc. dienen als Gradmesser des Klimawandels.
In Jasmin İhraçs Arbeit geht es darum verschiedene Momente zu untersuchen, die sich am Meer zeigen: Das Meer in seiner Faszination, seiner Schönheit, als Ursprung allen Lebens, aber auch als gleichsam bedrohlicher wie bedrohter Ort. Wie können wir unser körperliches, sinnliches Selbst öffnen für ein Zuhören dem Ozean gegenüber? In Auseinandersetzung mit geophysikalischen Kräften, die im Ozean von Bedeutung sind, sollen vor allem die Bewegungen des Meeres selbst untersucht werden.

Gemeinsam mit der Musikerin RENU erforscht Jasmin İhraç tänzerisch und musikalisch unendliche Bewegungsmuster. Visuell wird das von ihr geplante Solo durch Filmaufnahmen im Bühnenraum unterstützt.
Über die Verflechtung verschiedener inhaltlicher Aspekte und Medien soll ein neuer Zugang zum Thema Ozean, Meereis und Klima eröffnet werden.

 

Tanz/ Choreographie: Jasmin Ihraç

Musik: RENU

Licht/Technik: Catalina Fernández
Dramaturgie: Lidy Mouw

Foto: Harald Hoffmann

 

www.jasminihrac.net 

Jasmin İhraç, in Köln aufgewachsen, lebt und arbeitet in Berlin. Parallel zu ihrem Soziologie Diplom an der Freien Universität Berlin, studierte sie am Hochschulübergreifenden
Zentrum Tanz (HZT) in Berlin (u.a. in Projekten von Boris Charmatz, Anne Collod, Rosalind Crisp und Eva Karczag).
Ihre Arbeiten zeigte sie unter anderem bei der 2. Biennale Tanzausbildung/ Essen (Trois Voies), der Galerie Kunst & Denker Düsseldorf, der Volksbühne Berlin und im Ballhaus Naunynstraße, im Çatı Dans (Istanbul), Alexandrinski Theater (St. Petersburg), Polychoros KET (Athen) und Palais de Tokyo (Paris). Mit dem Performance Kollektiv fanni fraktal war sie zudem Stipendiatin des Programms Tanzrecherche NRW an der Brotfabrik Bonn.
Sie performte für deufert+plischke, Isabelle Schad arbeitete mit Alexandra Pirici und tanzt in verschiedenen Kollaborationen in Deutschland, Frankreich und der Türkei.


Cristina Commisso, Leila Bakhtali and Ishtar Bakhtali

17.03. - 24.03.2023

The horses are coming

"The horses are coming" ist ein Forschungsprojekt entstanden aus der Kollaboration von Tanzkünstlerinnen Leila Bakhtali (SUR/NL/DE) und Cristina Commisso (AUS/NL/DE) mit der Komponistin/Sängerin Ishtar Bakhtali (SUR/NL). Die drei Künstler sind durch ihr Interesse an Psychologie, Kultur und Ökologie miteinander verbunden, was die Motivation für dieses Projekt darstellt.

 

Das Projekt begann mit einem Traum, in dem weiße Pferde Kutschen voller Menschen in die Luft zogen, um sie vor einer dunklen Macht zu retten, die die Menschheit beinahe vernichtet hätte. Das Kollektiv erforscht Hoffnung, Freiheit und Sieg im Rahmen von Musik und Tanz und der mythologischen Symbolik von Pferden in verschiedener Kulturen. Ziel ist es, die Aspekte zu bestimmen, die kulturelle und demographische Barrieren überwinden - welche historisch bedeutsamen Ideen repräsentieren Pferde und wie sind jene heute relevant? Wie können uns diese fühlenden Wesen mehr über uns selbst lehren und uns zu einem besseren Weg in die Zukunft führen? Der Aufenthalt in Bonn ist die allererste Forschungsphase dieses interdisziplinären Projekts. Der Schwerpunkt liegt auf der Sammlung von Themen aus Geschichten über Pferde als mythische Figur in verschiedenen Kulturen. Wie lassen sich symbolische Qualitäten, die in der Pferdemythologie dargestellt werden, auf Körperzustände und -bilder übertragen?

Tanz/ Choreographie: Christina Commisso und Leila Bakhtali

Musikkomposition und Performance: Ishtar Bakhtali 

Instagram: mirror.moon.and.horses

www.leilabakthali.com

 

Gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von NEUSTART KULTUR, in Zusammenarbeit mit Batavierhuis Rotterdam und Schwankhalle Bremen

 

Cristina Commisso ist Tänzerin und Tanzschaffende und absolviert derzeit ihren BA in Psychologie. Sie lebt in den Niederlanden, kommt aber ursprünglich aus Sydney, Australien. Sie hat in New York und in Deutschland gearbeitet, wo ihre letzte Arbeit mit dem Titel "She opened her clenched fist and fell into the midst of everything" (unterstützt durch den Senator für Kultur Bremen) als Bühnenstück und nun auch als Tanzkurzfilm aufgeführt und europaweit auf Filmfestivals gezeigt wird.

 

Leila Bakhtali lebt derzeit in Bremen und studiert Tanztherapie in Rotterdam (MA). Sie hat als Tanzkünstlerin, Performerin, Tanzschaffende und Lehrerin gearbeitet. Ihre jüngste choreografische Arbeit "Oh Mother" wurde von steptext dance project koproduziert und vom Senator für Kultur Bremen gefördert.

 

Ishtar Bakhtali ist eine Vokalistin, die Elemente der klassischen indischen Musik, Jazz, Elektronik und lateinamerikanische Einflüsse in ihren erzählerischen Kompositionen verarbeitet. Sie hat ihre Arbeiten in Rotterdam und international im Rahmen mehrerer Projekte präsentiert.


Cristian Duarte

05.09. - 08.09.2022

Orpheus und Eurydike, eines der bekanntesten antiken Mythen, erzählt vom genialen Künstler, der letztlich doch, beim Versuch seine Geliebte aus der Welt der Toten zurückzuholen, scheitert. Das in sämtlichen künstlerischen Genres der Vergangenheit und Gegenwart beliebte Motiv wird von Cristian Duarte und seinen Tänzer*innen, so simpel wie radikal und geistreich zugleich, rein physisch in Bewegung übersetzt. Liebe, Sehnsucht und Begehren werden erfahrbar allein durch Schwerkraft, Anziehungs- und Zentrifugalkräfte, und wir, das Publikum, sind mittendrin in dieser sinnlich direkten, kollektiven Erfahrung.

Cristian Duarte studierte in Europa. Seine Produktionen wurden in Brasilien mit wichtigen Preisen ausgezeichnet und im nationalen wie internationalen Rahmen präsentiert.

Choreografie: Cristian Duarte

Tanz: Aline Bonamin, Felipe Stocco

Musik, Komposition: Tom Monteiro

Lichtdesign: André Boll 

Koproduktion: Aline Bonamin, André Boll, Cristian Duarte, Felipe Stocco

Unterstützt durch:  Casa do Povo. Produktion

Vertrieb: Z0NAo 


Vivien Kovarbasic

01.07. - 31.08.2022

Xitch/burned line
Ein Finger, zeigend auf eine Person reichte für eine Anklage. Wer, wie und wo sind die Nachfahren der nicht vor all zu langer Zeit als „Hexen“ Verurteilten?
Während der zweimonatigen #TakeHeart Residenzförderung über den Theater im Ballsaal Bonn recherchiert Vivien Kovarbašić zwei Monate lang zu „burned lines / verbrannte Linie“. Im Laufe des Prozessesses holte sich Vivien Input von verschiedenen (Bewegung-)Künstler*innen, und arbeitet nun durch atmosphärisch-performative Herangehensweise an verschiedenen Bausteinen der „Hexen“. Vivien gibt dem Grotesken, Liebevollen und der tiefen Wut Raum, welche sich durch diese Vergangenheit bis ins Heute und Morgen streckt. 
Premiere am 19.03.2023 im Rahmen des 8. Internationalen Bonner Tanzsolofestivals, Brotfabrik Bühne Bonn

Support: Rafaële Giovanola / CocoonDance, Tapetenfabrik Bonn-Beuel, Gaston Florin, Emina Falijic und Ponca Yildirim, Raul Vargas Torres

Musik: Caterina Barbieri und Kangding Ray

 

https://www.play-michele-murray.com/de/2022/11/17/vivien-kovarbasic-de/  

 

Gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von NEUSTART KULTUR #TakeHeartResidenzförderung.

VIVIEN KOVARBASIC (sie/dey) absolvierte am ZZT Köln der HfmT Köln und arbeitete während des Studiums mit verschiedenen Choreograph*innen wir Julio Cesar Iglesias Ungo, Rafaële Giovanola (CocoonDance) und tanzt seit 2020 im Ensemble von Silke Z. Vivien bildet sich in der GYROKINESIS® Methode aus und unterrichtet Zeitgenössischen Tanz und Somatics an der Tanzfaktur in Köln. Vivien arbeitet mit PLAY / Michèle Murray und tanzt in den Stücken DUOS / COLLISIONS AND COMBUSTIONS – EINE CHOREOGRAPHISCHE SAMMLUNG FÜR DAS MUSEUM (2022), WILDER SHORES (2020) und ATLAS / STUDIES (2018).