Martina De Dominicis


LATENTE (Deutsche Erstaufführung)

Dienstag, 2. Dezember, 20 Uhr

Theater im Ballsaal



Das Mittelalter gilt gemeinhin als dunkles Zeitalter, geprägt von Feudalismus und starren Hierarchien. Aber auch als eine “Zwischenzeit” - zwischen den Errungenschaften der Antike und der Renaissance -, die aus heutiger, globaler Perspektive statisch und “in der Schwebe” scheint. Für die Choreografin und Performerin Martina De Dominicis wird sie zu einer Linse, durch die sie die Gegenwart betrachtet.
Gemeinsam mit ihrer Bühnenpartnerin Magdalena Forster und dem Komponisten Manuel Riegler präsentiert Martina De Dominicis Latente als Liturgie in einem mittelalterlich inspirierten, fiktiven Kultraum. Rituelle Hingabe und sensorische Erfahrung rücken in den Mittelpunkt ihrer Erkundungen. Berührung wird als primärer Sinn verstanden, der Unsichtbares sichtbar macht, zu unserem eigenen Körpergefühl beiträgt, aber auch als etwas Gefährdetes, das es zu schützen gilt. Latente appelliert an unsere Fähigkeit, mit unserem Körper zu begreifen, als wäre sie etwas, das in unserer visuell geprägten Welt verloren zu gehen droht. 

Martina De Dominicis ist Performerin und Choreografin. 2022 schloss sie ihr Masterstudium in Bewegungsforschung an der Anton-Bruckner-Universität Linz ab.  Zunächst arbeitete sie als neoklassische Tänzerin in europäischen Ensembles und später u. a. mit Künstler*innen wie Veza Maria Fernandez, Magdalena Forster, Michikazu Matsune, Reut Shemesh, CocoonDance und Alexander Gottfarb. Martina De Dominicis erforscht die Spannung zwischen dem Somatischen und dem Formalen und interessiert sich für historische und konzeptionelle Ideen des Körpers und seiner Repräsentationen. 
Manuel Riegler studierte Schlagzeug und Instrumentalpädagogik am Vienna Music Institute. Er arbeitet als Sounddesigner und Komponist für Tanz, Performance, Theater, Film und Game Art. Er kollaborierte u. a. mit Lau Lukarilla, Marta Navaridas, Rebecca Merilc, CocoonDance, Hungry Sharks Company und Theater Nuu. 
Magdalena Forster ist Choreografin und Performerin. Ihre Arbeiten kokettieren mit dem Potenzial des Unfertigen und Unbestimmten, indem sie auf persönliche Dokumentationen, kinetische Archive und Erinnerungen zurückgreifen. Magdalena Forster präsentiert ihre Arbeiten u.a. im Tanzquartier Wien, Kunstraum Niederösterreich, Kunsthaus Zürich, Angewandte Interdisciplinary Lab, Sonic Territories Festival u.a.

Konzept, Choreografie: Martina De Dominicis
Kreation, Performance: Martina De Dominicis, Magdalena Forster, Manuel Riegler 
Komposition, Sounddesign: Manuel Riegler
Kostüme: Sarah Sternat
Raumgestaltung, Objekte: Sarah Sternat, Patrick Winkler, Martina De Dominicis
Unterstützung bei der Stimmarbeit: Veza Fernandez
Gesprächspartner und dramaturgische Unterstützung: Costas Kekis, Veza Fernandez Produktion: Sebbe Starlinger, Sophie Menzinger
Fotos: Hanna Fasching

Koproduktion von Theater im Ballsaal, Bonn und WUK Performing Arts. Ein VORBRENNER-Projekt finanziert von der Stadt Innsbruck und dem Land Tirol. Mit freundlicher Unterstützung des Kulturamtes der Stadt Wien und des Bundesministeriums für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport Österreichs.