Samstag, 18. April, 20 Uhr
Sonntag, 19. April, 18 Uhr
Theater im Ballsaal
SHELLING ist eine Soloarbeit, die auf einer physischen Untersuchung innerer Fragmentierung, Verletzlichkeit und Widerstandsfähigkeit basiert. Im Titel klingen Begriffe wie Gehäuse, aber
auch Aufprall oder Einschlag an und rücken den Körper als schützende Hülle sowie als Ort, der von äußeren Kräften geformt wird, in den Fokus. Das Stück entfernt sich von Narrativität und einer
Form der „Darstellung“, vielmehr lauscht es einer leisen inneren Stimme, die durch Widerspruch, Wiederholung und Störung entsteht. Geprägt von vielschichtigen persönlichen und über Generationen
weitergegebenen Geschichten, die der Körper in sich trägt, entfaltet sich die Bewegung durch intuitive Impulse, Zusammenbrüche und Neugestaltungen. Anstatt Erinnerungen zu veranschaulichen,
bringt Yasmeen Godder die aufgestaute Spannung des Körpers, seine Undurchsichtigkeit und Momente der Anpassung zum Ausdruck. In ihrem Solo entfaltet sich eine intime Begegnung mit dem Körper als
lebendigem Archiv: porös, widerstandsfähig und sich ständig neu ausrichtend.
Yasmeen Godder, geboren in Jerusalem und aufgewachsen in New York City, ist eine international tätige Choreografin, Tänzerin und Lehrerin. Ihre Arbeiten wurden weltweit auf führenden Festivals und an namhaften Veranstaltungsorten präsentiert. Bekannt für ihre viszerale, emotionsgeladene und sozial engagierte Körpersprache, beschäftigt sich ihre Choreografie mit Themen wie Verletzlichkeit, Empathie, Ausdauer und kollektiver Erfahrung. 1999 gründete sie die Yasmeen Godder Company und eröffnete 2007 ihr Studio in Jaffa als Zentrum für künstlerische Forschung und gemeinschaftsbasierte Praktiken. Neben ihrer Bühnenarbeit engagiert sich Yasmeen Godder in Projekten, die Tanz mit Dialog, Fürsorge und sozialen Ansätzen verbinden: Sie ist Mitbegründerin von „Na’ot Ma’Ba’ad”, Tanzworkshops für arabische und jüdische Frauen, und initiierte „Moving Communities”, ein Langzeitprogramm für Menschen mit Parkinson.