Freitag, 24. April, 20 Uhr
Tanzgenerator Bonn, Theatersaal
„Nur Kaffee verschaffte 20 Minuten Normalität.“
Long Covid, Chronic Fatigue, atypische Depression oder ein klassisches Burn-Out: Viele Menschen bewegen sich am Rande des Abgrunds, funktionieren nur noch unter größten Anstrengungen. Sie
schaffen es nicht mehr, Gefühle zu zeigen und wenn, sind es nur solche des Scheiterns. Für das Umfeld der Betroffenen bleibt das Leiden oft unsicht- und unfassbar.
Honeymoon basiert auf der verstörenden Erfahrung eines bis heute nicht final diagnostizierten Erschöpfungszustands, der den Choreografen Sebastian Zuber völlig überraschend aus seinem
bisherigen Leben gerissen hat. Zwischen Tanzperformance und digitaler Kunst erzeugt das Solo intensive Bilder und Eindrücke, die das diffuse Krankheitsbild greifbarer werden lassen. In seiner
ersten Soloarbeit erzählt Zuber jedoch nicht nur vom Ringen um Hoffnung, sondern auch von menschlicher Resilienz, Dankbarkeit und der Fähigkeit zu Transformation auf mentaler wie physischer
Ebene.
Sebastian Zuber schloss 2015 sein Studium an der Salzburg Experimental Academy of Dance ab. Er war Mitbegründer des Yugsamas Movement Collective und Mitglied des Ensembles der Johannes Wieland Company, wo er u.a. mit Helder Seabra und Tom Weinberger zusammenarbeitete. Als freischaffender Tänzer und Darsteller war er an Stücken von Choreograf:innen wie Eyal Bromberg, Doris Uhlich, Susanna Leinonen und Joachim Schloemer beteiligt. Am Opernhaus Zürich wirkte er in zahlreichen Produktionen von Christoph Marthaler, Sebastian Baumgarten und Herbert Fritsch mit. Als Choreograf realisierte er unter anderem die Arbeiten Professional Failure, Accalia, LOWBALL, Shallow Waters und Honeymoon. Aktuell arbeitet er an der Choreografie zu Tannhäuser unter der Regie von Thorleifur Arnarsson am Opernhaus Zürich.